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Bewerbung Achtung Bewerbungskiller! Wie Sie die häufigsten Fehler in Bewerbungen vermeiden

Sie sind auf Jobsuche und wollen sich auf einen neuen Posten bewerben? Dann ist eine fehlerfreie und ansprechende Bewerbung grundlegend für Ihren Erfolg, denn Personaler bilden sich auf der Grundlage einer Bewerbung in kürzester Zeit eine Meinung über einen möglichen Jobkandidaten, zumindest was die Negativauswahl angeht. Ist Ihre Bewerbung fehlerhaft und kann nicht überzeugen, dann wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schnell aussortiert und Sie gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Vermeiden Sie daher unbedingt die folgenden, häufigsten Bewerbungsfehler.

 

Bewerbung schreiben: No-Gos und Fehlerquellen

Neben vielen Do’s bei der Erstellung einer Bewerbung, gibt es ebenfalls einige Dont’s, die dazu führen, dass Personaler Ihre Bewerbung meist kurzerhand aussortieren:

Lücken im Lebenslauf

Dies ist ein echter Bewerbungskiller. Zumindest dann, wenn die Lücken nicht zu erklären sind. Beispiel: Sollten Sie ein Sabbatjahr gemacht und diese Zeit genutzt haben, um zu reisen, dann sollten Sie dies in Ihrer Bewerbung unbedingt erwähnen. Es ist nicht verwerflich, sich eine solche Auszeit zu nehmen. Dies jedoch in einer Bewerbung zu verschweigen, ist keine gute Idee und wird in der Regel den Argwohn eines Personalers wecken, der vermutlich annehmen wird, Sie seien in dieser Zeit arbeitslos gewesen, möchten dies aber nicht zugeben. Ihre Bewerbung sollte keine solchen offenen Fragen hinterlassen.

Um sich erfolgreich zu bewerben, sollten Sie stattdessen alle wichtigen Stationen Ihres Berufslebens lückenlos wiedergeben. Das tun Sie am besten möglichst prägnant, also kurz und knapp, ohne jedoch wichtige Informationen auszulassen und somit Lücken entstehen zu lassen. Indem Sie Ihre bisherige Berufserfahrung im Lebenslauf angeben und individuelle Arbeitsschwerpunkte herausstellen, die relevant sind für die zu besetzende Stelle, können Sie am besten unter Beweis stellen, dass Sie ein geeigneter Kandidat sind.

Unvollständige Unterlagen

Sie sollten unbedingt alle Unterlagen einreichen, die von Seiten des Unternehmens gefordert werden. Das Anschreiben und der Lebenslauf sind grundlegend. Welche Zeugnisse eingereicht werden müssen, hängt von der Art der zu besetzenden Stelle ab. Schulabgänger, die sich auf eine Stelle bewerben, dürfen auf keinen Fall das Schulabschlusszeugnis weglassen. Bewerber mit viel Berufserfahrung dagegen, können in der Regel auf das Schulzeugnis verzichten, müssen aber die Ausbildungszeugnis der Berufsausbildung einreichen. Bei Hochschulabsolventen ist das höchste Bildungszeugnis ausreichend, während das Schulabschlusszeugnis weggelassen werden kann. Je nach Art der zu besetzenden Stelle, müssen eventuell weitere Zusatzqualifikationen (Fortbildungen, Weiterbildungen) nachgewiesen werden. Fehlen bis zum Bewerbungsende wichtige Unterlagen, werden Sie als Kandidat meist sofort aussortiert.

Zahlreiche (Grammatik-)Fehler

Eine Bewerbung, die Personaler überzeugt, sollte unbedingt auf Fehlerfreiheit überprüft werden. Zwar ist niemand perfekt, aber von einer Bewerbung wird erwartet, dass diese sowohl grammatikalisch als auch orthographisch einwandfrei ist. Wer bereits durch einen schlechten sprachlichen Ausdruck sowie Fehler im Bewerbungsschreiben auffällt, der wird eher nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Solche Fehler erwecken den Eindruck, dass die Person schlecht organisiert und nicht in der Lage ist, sorgfältig und fehlerfrei zu arbeiten.

Bewerbungsfoto, Bilder und Abbildungen

Sie sollten unbedingt ein professionell aufgenommenes Bewerbungsfoto für Ihren Lebenslauf verwenden. Privat geschossene und unprofessionell aufgenommene Bewerbungsfotos erwecken bei Personalern den Eindruck, dass Sie Ihre Bewerbung nicht allzu ernst nehmen und wenig ambitioniert sind.

Darüber hinaus sollten Sie Ihrer Bewerbung keinerlei weitere Bilder hinzufügen. Sowohl der Lebenslauf, als auch das Anschreiben sind dafür da, Ihrem potenziellen Arbeitgeber einen Eindruck über Ihre Ausbildung und Ihren bisherigen beruflichen Werdegang zu geben. Abbildungen (wie etwa Firmenlogos), um Ihre Bewerbung optisch aufzuhübschen, sind dort fehl am Platz. Einzige Ausnahme: Sie arbeiten in einem kreativen Beruf, etwa als Medien- oder Grafikgestalter und möchten Ihren potenziellen Arbeitgeber mit einer kreativen Bewerbung sowie Ihren Arbeitsproben überzeugen.

Irrelevante Informationen: Überladene Bewerbung

Es sollten keine unwichtigen Informationen in einer Bewerbung enthalten sein. Manche Bewerber denken, eine möglichst lange Bewerbung sei ideal. Es gilt jedoch Qualität statt Quantität. Eine Bewerbung sollte niemals überladen sein. Bringen Sie auf den Punkt, welche (Aus-)Bildung Sie absolviert haben, welches Ihre beruflichen Stationen waren und warum Ihre bisherigen Qualifikationen zu dem ausgeschriebenen Job passen.

Ob Interessen und Hobbys in eine Bewerbung gehören, ist durchaus umstritten. Falls es keinerlei Anknüpfungspunkte zu Ihrer beruflichen Tätigkeit gibt, dann können Sie auf solche privaten Angaben in der Regel verzichten. Andererseits können Hobbys aber auch ein Hinweis auf Ihre Soft Skills sein, z.B. wenn Sie durch die Arbeit im Sozial- oder Umweltbereich oder indem Sie eine Sportmannschaft trainieren, Ihr gesellschaftliches Engagement, Ihre Teamfähigkeit oder Ihre organisatorischen Fähigkeiten beweisen. Dies sollte allerdings nicht ausufern und zu einer übertriebenen Selbstdarstellung führen.

Auf jeden Fall verzichten, können Sie auf früher übliche Angaben wie beispielsweise die Berufe der Eltern, denn dafür interessiert sich heutzutage kein Personaler mehr. Auch Ihre Religionszugehörigkeit, die Anzahl Ihrer Kinder, oder ob Sie in der Schule mal Klassensprecher waren, ist im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung normalerweise irrelevant.

Optische Mängel der Bewerbung

Nicht nur grammatikalisch sollte eine Bewerbung fehlerfrei sein, sondern auch optisch überzeugen. Ein blasser Ausdruck durch fast leere Druckertinte hat auf einem Anschreiben oder Lebenslauf ebenso wenig zu suchen, wie Flecken, Risse oder Knicke im Papier. Die Schriftart Ihrer Bewerbungsunterlagen sollte durchgehend einheitlich gehalten werden. Meist wird Arial oder Times New Roman verwendet, mit der Schriftgröße 11 oder 12 für den Mengentext. Mit einer kleineren Schriftgröße wird Ihre Bewerbung unleserlich, mit einer größeren Schrift hingegen, verlieren Sie zu viel Platz für wichtige Informationen. Die Formatierung der Seiten sollte den üblichen Formregeln für Bewerbungen folgen.

Auch bei groben Nachlässigkeiten beim Layout werden Personaler Ihre Bewerbungsunterlagen wegen fehlender Sorgfalt oftmals direkt aussortieren.

 

Fehler im Anschreiben

Bei gravierenden Fehlern im Anschreiben kann bereits hier Schluss sein mit Ihrer Bewerbung. Insbesondere bei den eigenen Kontaktdaten, den Firmendaten oder der Anrede des Ansprechpartners sind Fehler ein echtes No-Go. Hier einige vermeidbare Fehler im Anschreiben:

Schriftliche Bewerbung
Der erste prüfende Blick des Personalers fällt auf Ihr Anschreiben.
  • Zahlen- oder Buchstabendreher bei den eigenen Kontaktdaten, unvollständige Kontaktdaten
  • Unseriöse E-Mail-Adresse (partymaus69@xyemail.de)
  • Fehlerhafter Firmenname, falsche Adresse
  • Veraltetes oder fehlendes Datum
  • Keine Betreffzeile, kein Bezug zur Stellenanzeige (Auf welche Stelle bewerben Sie sich?)
  • Fehlende Anrede oder Name falsch geschrieben
  • Floskelhafte Anrede mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, obwohl im Jobinserat ein Ansprechpartner genannt wird
  • Copy & Paste aus Online-Bewerbungsvorlagen (fehlende Individualität)
  • Keine Gehaltsvorstellungen angeben, obwohl in Stellenanzeige darum gebeten wird
  • Übertriebene Abschlussformel („Hochachtungsvoll“)
  • Fehlende Unterschrift
  • Konjunktiv im Schlusssatz: „Ich würde mich freuen, Sie in einem Gespräch persönlich kennenzulernen.“ Stattdessen aktive Ansprache: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen freue ich mich sehr.“
  • Anschreiben oder Lebenslauf zu lang (Anschreiben: 1 Seite; Lebenslauf: max. 2-3 Seiten)

 

Fehler im Lebenslauf

Im Lebenslauf können Sie ebenfalls einige Fehler machen, die zu einem sofortigen Aussortieren Ihrer Bewerbungsunterlagen führen könnten:

Tabellarischer Lebenslauf
Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument einer Bewerbung.
  • Fehlerhafter Inhalt, entweder versehentlich (z.B. falsche Jahreszahlen, Zahlendreher) oder bewusste Lügen
  • Lebenslauf weist nicht erklärte Lücken auf
  • Fehlende Qualifikation, obwohl explizit in der Stellenanzeige verlangt
  • Keine beruflichen Erfolge oder Qualifikationen, die eine Bewerbung auf die Stelle rechtfertigen (Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildungen etc.)
  • Datum fehlt
  • Unterschrift fehlt
  • Schwer überblickbares Layout (wechselnde Schriftarten, geringe Übersichtlichkeit, fehlende Struktur)
  • Uneinheitliche Darstellung (z.B. Wechsel zwischen chronologischer und antichronologischer, "amerikanischer" Darstellung)
  • Unprofessionelles, privat gemachtes Bewerbungsfoto
  • Länger als 2-3 Seiten

 

Fehler im Vorstellungsgespräch

Wenn Ihre Bewerbungsunterlagen überzeugt haben, folgt im Anschluss die Hürde des persönlichen Kennenlernens. Auch bei einem Vorstellungsgespräch können Sie einige schwerwiegende Fehler machen, die Ihre Chancen auf eine Anstellung schwinden lassen:

Bewerbungsgespräch
Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch erfordert immer auch eine gute Vorbereitung. 
  • Unpünktlichkeit
  • Unangebrachte Kleidung, z. B. zu kurzer Rock, weit aufgeknöpfte Bluse, Schlabberhemd
  • Übermäßige Nervosität, z. B. Stottern, kein Blickkontakt, sich beim Sprechen verhaspeln
  • fehlendes Wissen über den Arbeitgeber
  • Einsilbige und somit desinteressiert wirkende Antworten
  • Überhebliche, arrogant wirkende Selbstdarstellung
  • Keine Rückfragen an den Arbeitgeber und dessen Arbeitsweise, Firmenphilosophie, aktuelle Projekte etc.

 

Fehler bei einer postalischen Bewerbung

Fast alle Arbeitgeber ermöglichen heutzutage eine digitale Bewerbung. Wer seine Bewerbungsunterlagen jedoch ausgedruckt und per Post versenden möchte, der sollte einige Fehler kennen, die in der Praxis schnell passieren:

  • Nicht ausreichende Frankierung: Fehlendes Porto bei Postversand
  • Verwendung von qualitativ minderwertigem oder unansehnlichem Papier.
    Empfehlenswert ist weißes Papier mit einem Gewicht von mindestens 100 Gramm, da dieses eine höhere Wertigkeit ausstrahlt als das meist verwendete Standardpapier mit 80 Gramm Gewicht. Auf graues Recyclingpapier sollte man aus Gründen der optischen Wertigkeit ebenfalls verzichten.
  • Schon einmal verwendete und evtl. abgenutzte Unterlagen mehrmals verwenden
  • Doppelseitiger Druck
  • Zeugnisse als Original (statt Kopie)
  • Angekündigte Anlagen fehlen
  • Die Bewerbung per Einschreiben versenden.
    Dies ist unnötig und unüblich und verursacht zusätzliche Arbeit beim Empfänger. Stellen Sie sich vor, es würden jeden Tag ein Dutzend Bewerbungen per Übergabe-Einschreiben ankommen.
  • Die Bewerbungsunterlagen so versenden, dass diese beschädigt werden könnten.
    Als Versandtasche empfiehlt sich das DIN B4- statt dem DIN C4-Format, damit die Bewerbungsmappe nicht gequetscht wird und ohne beschädigte Ränder ankommt. Ein mit Pappe verstärkter Umschlagrücken verhindert zusätzlich das Knicken der Unterlagen.
  • Einen frankierten Rücksendeumschlag beifügen.
    In diesem Fall vermitteln Sie die Botschaft, dass Sie von Ihrer Bewerbung wohl selbst nicht sehr überzeugt sind.

 

Fazit

Eine Bewerbung sollte mit genügend Zeit und Sorgfalt verfasst werden. Andernfalls tappen Sie schnell in die Falle vermeidbarer Bewerbungsfehler, die Ihre Chancen auf den angestrebten Job schwinden lassen. Angefangen bei formalen Kriterien, wie einem übersichtlichen Layout und einer guten Struktur der Bewerbungsunterlagen, bis hin zur lückenlosen und fehlerfreien Darstellung des bisherigen beruflichen Werdegangs: Bereits ihre Bewerbungsunterlagen sollten rundum überzeugen, denn die meisten Personaler haben wenig Zeit und sind mit der Negativauswahl der Bewerber schnell bei der Hand. Mit einer ansprechenden und fehlerfreien Bewerbung hingegen, legen Sie die Grundlage für Ihren Erfolg. Wenn Sie dann auch noch im Vorstellungsgespräch mit Souveränität und Wissen punkten können, stehen Ihre Chancen auf den neuen Job gut.
Hinweis / Disclaimer:
Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar, bzw. ersetzt keine individuelle, qualifizierte Rechtsberatung. Für die rechtliche und allgemeine Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen wird keinerlei Haftung übernommen, ebenso wenig wie für mögliche Rechtsfolgen und alle sonstigen Folgen, die sich aus nicht zutreffenden Informationen ergeben könnten.
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